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Landesmeisterschaften Männer/Frauen:
LAC Lübeck-Aktive als Titelhamster

LM-MF-2020

Hamburg, 22./23. August 2020

Sie haben alles gegeben, die Athleten/innen des LAC Lübeck. Das Ergebnis ist durchaus beachtlich, wenn in der Dimension auch mit der Abwesenheit einiger Konkurrenten wegen der parallel stattfindenden Deutschen Meisterschaften der Mehrkämpfer zu erklären. Das soll und kann aber die nahezu durchweg sehr guten persönlichen Leistungen der Aktiven überhaupt nicht schmälern. Bei bestem, meist trockenem Leichtathletikwetter sah die Hamburger Jahnkampfbahn die gemeinsamen Meisterschaften der Landesverbände aus Hamburg und Schleswig-Holstein unter ganz besonderen Bedingungen. Keine Zuschauer oder sonst begleitende Eltern oder Partner belebten das weite Rund und den Nebenplatz, lediglich Trainer, Betreuer und Kampfrichter ergänzten die Schar der Athleten. Nicht mehr als 200 Personen durften gleichzeitig auf der Anlage sein und die inzwischen sattsam bekannten Abstände mussten eingehalten werden. Bei Einlass ins Stadion wurden Armbänder für die zuvor registrierten und dann aus Listen abgehakten Teilnehmer ausgegeben, es gab nicht die gewohnte Verpflegung, Umkleide- und Duschräume waren geschlossen und Toilettengänge nur mit Mund-/Nasenmaske erlaubt.

Am ersten Tag griffen die LAC-Athleten/innen unter diesen Umständen gleich sechs Mal zu Edelmetall, viermal setzten sie sich dabei die Titelkrone auf. Mareike Becker mit dem Hammer bei den Frauen (Saisonbestleistung und Vereinsrekord mit 45,73 m), Leoni de Graaf ebenfalls mit Saisonbestleistung und Vereinsrekord im Speerwurf der Frauen (44,79 m), Marlo Burych beim Hammerwerfen der Männer, der etwas glücklich Gold mit 42,55 m holte und Hammerwurf-Nesthäkchen Marla von Behr, die in der w15 konkurrenzlos, aber mit starker neuer Bestleistung (Steigerung ihrer erst wenige Wochen alten Bestleistung von 22,79 m auf nun 28,73 m) den Titel mit dem 3 kg-Hammer holte, belohnten sich im Corona-Jahr für ihren Trainingsfleiß mit den Landestiteln.

Weitere Edelmetalle gingen an Jennifer Fentroß als Zweite beim Hammerwurf der Frauen und an Patrick Hagge, der überraschend mit der Steigerung auf 11.21 s Bronze über 100 Meter der Männer holte. Hier bestätigte Marvin Ogara als Fünfter des Endlaufs in 11,29 s zeitgleich mit dem Vierten seine gute Form. Überlegener Sieger über 100 m war der HSVer Lucas Ansah-Pepra in 10,63 s vor Paul Erdle (LAV Hamburg-Nord, 11,10 s).

Auch der zweite Tag stand anders als vorhergesagt unter einem guten Wetterstern, es blieb trocken, wurde allerdings gegenüber dem Vortag noch etwas windiger. Die LAC-Aktiven machten allerdings dort weiter, wo sie am Vortag aufgehört hatten.

Souveräner Männersieger mit Kugel und Diskus war wie erwartet Ralf Mordhorst. 14,72 m und 48,67 m lauteten die durchaus vorzeigbaren Ergebnisse für den 47jährigen Landwirt, der in den Tagen und Wochen zuvor kräftezehrende Stunden auf dem Mähdrescher verbracht hatte. Zweite in beiden Disziplinen wurden jeweils weitere LAC-Athleten. Im Kugelstoßen war Jan-Boyke Seemann mit einem leichten Fußgelenkhandicap zufrieden mit gestoßenen 12,78 m. Dieses Handicap kostete ihn beim Diskuswerfen allerdings die sicher geglaubte Medaille. Als Vierter konnte er mit 34,17 m ganz sicher nicht zufrieden sein. Hier holte nach schwachem und wechselvollem Beginn mit einer kampfstarken Leistung im letzten Versuch der gestrige Hammerwurfsieger Marlo Burych im letzten Versuch noch das unerwartete Silber.

Das Diskuswerfen der Frauen hielt eine faustdicke Überraschung parat. Erwartungsgemäß gewann Alisa Rohlfing von der LG Elmshorn den Titel vor ihrer ärgsten Konkurrentin Renée Nitsch von HNT Hamburg. Überraschende Dritte wurde dann LAC-Nachwuchswerferin Bele von Behr, die gleich im ersten Versuch nervenstark ihre Bestleistung auf 38,16 m steigerte. Damit lagen drei U20-Werferinnen vorn, die sicher auch am kommenden Wochenende in Büdelsdorf bei den U20-meisterschaften beider Verbände die Klingen kreuzen werden. Dazu kommt noch die Fünftplatzierte Janne Petersen-Feddersen vom Bredstedter SV, die mit 37,08 m nur zwei Zentimeter hinter Mareike Becker lag, die auf 37,10 m kam. Als Sechste war Leoni de Graaf nicht ganz mit ihrer Leistung von 36,97 m zufrieden, mit etwas mehr Lockerheit wäre vielleicht mehr drin gewesen.

Gleiches gilt auch für Leonis Kugelstoß auf 11,28 m, was ihr dennoch Bronze einbrachte und den Sweep für die LAC-Athletinnen perfekt machte. Überlegene Siegerin war hier wie erwartet Mareike Becker, die es allerdings nicht nur beim Sieg beließ, sondern mit 12,62 m sogar persönliche Freiluftbestleistung stieß. Ihr zweites Silber nach dem vom Hammerwurf am Vortag sicherte sich Jennifer Fentroß mit 11,39 m. Damit war das Treppchen für den LAC komplett, allerdings gab es bei diesen Meisterschaften überhaupt keine Siegerehrung, Urkunden und Medaille wurden den erfolgreichen Athleten/innen bei Verlassen der Anlage mitgegeben.

Über 200 m ging Patrick Hagge ganz locker an die gestellte Aufgabe. Schließlich stand vor allem der 100 m-Lauf im Fokus des Trainings der letzten Wochen, das so gut wie keine längeren Läufe beinhaltete. In der Abrechnung aller Zeitendläufe waren Athlet und Trainer dann auch mit Zeit und Platzierung sehr zufrieden – ein achter Platz mit 22,97 s in einem engen Feld, dass vom Hamburger Matti Welm mit 22,46 m angeführt wurde.

Mit sieben Titeln und weiteren sieben Medaillen reihte sich der LAC Lübeck in der Vereinswertung direkt hinter dem Hamburger SV ein, der auf acht Titelgewinne kam. Erneut sehr bemerkenswert: Die sehr leistungsbezogene, konzentrierte und motivierte Herangehensweise ALLER Teilnehmer und der wieder sehr stark spürbare Teamspirit. Großer Dank geht an die Betreuer Bettina von Behr und Arno Reimann und ebenfalls an Simone Rütz de Segura, die sich am ersten Tag als Kampfrichterin zur Verfügung gestellt hatte – großartig!

Gesamtergebnis

Fotostrecke 1 (auf Facebook)

Fotostrecke 2 (auf Facebook)

Text und Foto: U. Mundt

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